Schluss

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Schlußbetrachtung

Das Theater im heutigen Sinn verdankt seine Entstehung der Politik. Ohne Politiker, wie Periander oder Peisistratos, beides Tyrannen, der eine in Korinth der andere in Athen, die mit ihre Begünstigung und Protektion, den beiden Wegbereitern Arion und Thespis die Chance gaben, Aufführungen nach ihren Vorstellungen auf die Bühne zu bringen, wäre das Theater nicht das, was es heute ist. Den Nutzen zogen alle Seiten daraus, die Politiker, die Dramatiker, sowie auch die Zuschauer. Diese enge Verbindung von Politikern und Theater setzt sich auch in der Folgezeit fort, jetzt liegt die Macht aber nicht mehr in den Händen von Tyrannen, sondern vom Demos, dem Volke selbst, und so verschafft das Volk über die Choregie den mächtigen Bürgern weiterhin den Einfluß auf das Theater. Zu damaliger Zeit ist ein einflußreicher Bürger ein Synonym für Politiker. Aus diesem Grund verdanken wir dem jungen Perikles die Aufführung „Die Perser“ von Aischylos und Themistokles die Aufführung von Phrynichos „Der Fall Milets“.

Das normale Jahr des attischen Bürgers stand für 9 Tage, 6 Tage an den großen Dionysien und 3 Tage an den Lenäen, ganz im Zeichen des Theaters. Während dieser Feierlichkeiten nutzte der Staat, also gleichermaßen die Politik jede Gelegenheit sich zu präsentieren, sei es während des Proagon, der Prozession oder auch nur durch ihre Anwesenheit auf Ehrenplätzen im Theater.

Die Politik innerhalb der aufgeführten Stücke zu charakterisieren und sie in ihrer Intention zu untersuchen fällt schwer. Unverkennbar sind die Anspielungen auf aktuelle Ereignisse in der Politik und auf Politiker des Zeitgeschehens. Aber welche Absicht sie verfolgt, besonders in der Alten Komödie, „...die Aufdeckung von Mißständen und mit dem Ziel von deren Beseitigung...“ oder nur das „durch den Kakao ziehen von Politikern“ ist bis heute in der Forschung umstritten.